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Der Ball im Netz - Einfluß des Fußballs auf die Netzfrequenz

Wir hätten uns gefreut: Wir fiebern dem Spiel entgegen. Wir sitzen gebannt vor den Leinwänden und den Fernsehern. Wir machen das, was man in der Halbzeitpause so macht. Und wir freuen uns, wenn unsere Mannschaft gewinnt und schimpfen auf die anderen, wenn die gewinnen. … und die Netzbetreiber? Die fiebern der Halbzeitpause entgegen und freuen sich, wenn die Spiele vorbei sind, ganz egal, wer gewinnt, – nicht ganz. Großereignisse lassen sich nicht nur im Fernsehen betrachten, sondern auch im Netz, genauer gesagt anhand der Netzfrequenz.

Turbinenschnellabschaltung des KKW Gösgen

Am 26.07.2019 kam es im Kernkraftwerk Gösgen (CH) zu einer Turbinenschnellabschaltung, auch TUSA genannt. Grund für die TUSA war laut Angaben des Betreibers Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG ein Kurzschluss in einem Schaltanlagengebäude. Eine TUSA hat einen Lastabwurf auf Null zur Folge. Dies bedeutet, daß das Kraftwerk steht schlagartig nicht mehr zur Erzeugung elektrischer Energie zur Verfügung. Wie in unserem Artikel zum Unterfrequenz-Vorfall im Januar 2019 erklärt...

Globaler Durchschnitt – regionale Streuung?

Die Frequenz gilt europaweit als annähernd identisch. Unterschiede kann man lediglich feststellen, wenn man eine sehr hohe zeitliche Auflösung in der Darstellung der Frequenz wählt. Während im Sekundenbereich die Frequenz noch annähernd identisch aussieht, zeigen sich kleine Unterschiede im Zehntelsekundenbereich. Dies gilt sowohl im normalen Tagesverlauf als auch bei besonderen Ereignissen. Die Abbildung zeigt einen typischen Frequenzgang, hier am 16.01.2019, zwischen...

Die Schweiz stand kurz vor einem Blackout

Ein regnerisches Wochenende läutete am 20. Mai 2019 einen besonders verregneten Start in die Woche ein. Es ging kaum Wind und auch die Sonne ließ sich nicht blicken. Somit also äußerst ungünstige Bedingungen für die Stromerzeugung durch Erneuerbare. Von knapp 220 GW in Deutschland installierter Erzeugungsleistung waren, laut ENTSO-E, zwischen 06:00 Uhr und 15:00 Uhr rund 26 GW nicht verfügbar, darauf entfielen 0,8 GW Wind. Gründe für die Nichtverfügbarkeiten waren…

Langzeitanalyse der Netzfrequenz bestätigt vorhergehende Kurzanalyse

In einer vorhergehenden Analyse hatten wir Stabilisierungseffekte durch erneuerbare Energien untersucht. Nachlesen können Sie dies hier auf Gridradar.net und in unserer BWK-Veröffentlichung aus dem September 2018. In dem Artikel wurde untersucht, wie Frequenzabweichungen auftreten und ob sich ein Muster hierbei beobachten lässt. Es wird festgestellt, dass Frequenzabweichungen v.a. direkt nach dem Stundenwechsel auftreten. Aus den Frequenzabweichungen wird gefolgert...

Der 49,84 Hz Vorfall am 03.04.2019 um 21 Uhr im europäischen Stromnetz

Am Abend des 03.04.2019 kam es wieder zu einem Unterfrequenzereignis, ähnlich dem Ereignis am 10. Januar 2019. Im Moment lässt sich die Ursache noch nicht genau ermitteln, aber die Netzfrequenz sank um 21:02:30 Uhr CEST auf 49,84 Hz ab, lag also außerhalb des Normbereichs. Im europäischen Netz beträgt die Nennfrequenz 50 Hz, mit einem Reglertotband von +/- 10 mHz. Somit erfolgt innerhalb dieses Unempfindlichkeitsbereichs von 49,99 Hz bis 50,01 Hz keine Frequenzregelung.

Deutsche erneuerbare Energien wirken stabilisierend auf das Verbundnetz

Das Stromnetz in Europa, als komplexes System mit einer Vielzahl von Verbrauchern und unterschiedlichsten Kraftwerken unterliegt kurzfristigen, systematischen Schwankungen. Starke systematische Frequenzschwankungen fallen häufig mit dem Übergang aufeinander folgender standardisierter Handelsprodukte zusammen. Interessante Dinge lassen sich dabei beobachten: Der Einspeisevorrang von Wind und PV wirkt dämpfend auf die Frequenzabweichung und stabilisiert das Gesamtsystem...

Ein kurzes Überfrequenz-Ereignis am 24.01.2019 um 6 Uhr

Am Morgen des 24.01.2019 um 0600 Uhr kam es zu einem kurzzeitigen Überschwingen der Frequenz im europäischen Stromnetz. Die über 1 Sekunde gemittelte Frequenz betrug mancherorts kurzzeitig 50,193 Hz, war also nahe der 50,2 Hz Grenze. Im Stromnetz entstehen Überfrequenzen, wenn mehr Leistung von Kraftwerken eingespeist wird, als von Verbrauchern in genau diesem Moment abgefragt wird. Die Höhe der Frequenzabweichungen war regional unterschiedlich stark ausgeprägt...