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Kartenansicht des GridRadar.net WAMS

Wohin fließt eigentlich gerade der Strom in unserem Stromnetz?

Wenn Sie wissen wollen, wie gerade der physische Stromfluß sich in unserem Stromnetz verhält, können Sie das hier auf dem gridradar.net Monitoring System nachsehen. Mit der unten angezeigten Karte können Sie sich den physischen Leistungsfluß zwischen Kraftwerken und Verbrauchszentren im UCTE-Netz anzeigen lassen. In unserem Stromnetz stellen eine Vielzahl an Kraftwerken elektrischen Strom rund um die Uhr bereit. So erzeugen u.a. Großkraftwerke elektrische Energie (Quellen) die von Verbrauchern (Senken) genutzt wird. Strom wird nicht nur kontinuierlich produziert und verbraucht, sondern auch gehandelt in sogenannten Zeitscheiben. Das Produkt Strom wird in Zeitscheiben mit 15 Minuten Länge gehandelt. Dieses Zusammenspiel verschiedener Akteure auf der Erzeuger- und Verbraucherseite, gepaart mit externen Einflüssen, wie z.B. dem Wetter, sorgt für grenzüberschreitende Energieflüsse. Hier werden nicht die kommerziellen, sondern tatsächlichen physischen Energieflüsse gemessen und hier auf der Karte dargestellt.

Die Standorte einiger unserer Meßgeräte sind auf der Monitoring-Karte eingezeichnet. Neben dem Standort wird auch die vor Ort gemessene Frequenz dargestellt. Nominell beträgt die Netzfrequenz 50 Hz, jedoch sorgen minimale Abweichungen vor Ort für entsprechende Ausgleichsenergieflüsse, sichtbar gemacht durch den Spannungswinkel. Die Frequenz dient hier somit als Indikator für den Zustand des Stromnetzes, also ob genau die richtige Menge Energie vorhanden ist, oder vielleicht zu viel, oder zu wenig. Denn Strom läßt sich im großen Maßstab nur sehr bedingt speichern und muss daher im Moment seiner Erzeugung verbraucht werden. Dies hat Einfluß auf die Frequenzhaltung. Weicht diese von 50 Hz nach oben oder nach unten ab, herrscht ein Ungleichgewicht im Stromnetz zwischen Erzeugung und Verbrauch.

Funktion des WAMS (Wide Area Monitoring System):

Um einen (über-)regionalen Einblick in den Zustand des Stromnetzes zu bekommen, nutzt gridradar.net europaweite eigene Meßstationen, in der Fachsprache Phasor Measurement Unit genannt, die untereinander durch die hochgenauen Uhren der GPS-Satelliten synchronisiert werden. Das Stromnetz ist ständig in Bewegung und es kommt immer wieder zu Frequenzabweichungen. Diese Abweichungen der Stromnetzfrequenz und die daraus entstehenden Lastflüsse lassen sich mittels des Spannungswinkels, auch Phasenwinkel genannt, über unser Wide Area Monitoring System dokumentieren und visualisieren. Unsere Kartendarstellung lehnt sich an Swissgrid an, siehe aktuelle Netzkennzahlen der Swissgrid.

Die Höhe eines Lastflußes und die Richtung desselben läßt sich durch Differenzbildung der Winkel ermitteln. Um dies besser zu visualisieren, werden auf der Karte Pfeile eingesetzt, um die Richtung der von A nach B fließenden Leistung zu visualisieren. Je größer die Phasenwinkeldifferenz, desto mehr Leistung fließt von Station A -> Station B. 

 


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